Agil & Systemisch – Veränderungen in der IT mit den Menschen nachhaltiger gestalten

03. März
 
16:00
16:45
 
Agile

Beginner Level

Agilität ist heutzutage aus der IT-Landschaft nicht mehr wegzudenken. In den vergangenen gut 20 Jahren haben Unternehmen durch sie gelernt, neue Produkte und Dienstleistungen in iterativen Zyklen schneller zu entwickeln. Das Lernen und damit die Menschen - innerhalb und außerhalb der Organisation - rückten in den Vordergrund der Weiterentwicklung. Die Entwicklung von Produkten und auch die Weiterentwicklung von Organisationen sind dabei in erster Linie soziale Prozesse – die für Menschen und durch Menschen wirken.

Agilität hat sich vor allem durch ihre weithin bekannten Methoden und Praktiken (z.B. Scrum, Kanban, SAFe, uvm.) einen Namen gemacht. Zusätzlich fordert Agilität aber auch eine Haltung – ein Mindset, und bettet ihre Praktiken auf einem Fundament verschiedenster Werte und Prinzipien (z.B. „Scrum Values“ u.a.). Im Gegensatz zur Agilität fundiert die systemische Haltung / Beratung auf einem sozial-theoretischen wissenschaftlichen Fundament, mit langjähriger praktischer Ausprägung in der Therapie und Organisationsberatung. Sie fokussiert sich dementsprechend noch stärker auf die sozialen Aspekte z.B. der Zusammenarbeit in Teams und Organisationen.

Gerade in dieser sozialen Orientierung liegt nach unserer Einschätzung das Potential für mehr Anschlussfähigkeit von Agilen Methoden bzw. für nachhaltigere Veränderung in Organisationen. Oder einfach gesagt: Der Agile Coach oder die agile Führungskraft mit systemischer Haltung kann u.U. mehr für die Menschen in ihrer Organisation erreichen.

In den letzten Jahren beobachten wir außerdem ein verstärktes Interesse der agilen Szene für Themen der systemischen Haltung / Beratung. Auch findet man in der Literatur immer mehr Hinweise auf ein Zusammenspiel der beiden Welten (z.B. das Buch „Agile Organisationsentwicklung“ von Oestereich/Schröder, 2019). So ist auch das Angebot an systemischen Ausbildungen und Kursen - auch in Kombination mit Agilität - in den letzten Jahren gewachsen.

Deshalb wollen wir – eine ausgebildete systemische Coach- und Organisationsentwicklerin und ein Agile Coach – in unserem Vortrag gemeinsam Agilität und systemische Haltung bzw. systemische Beratung darstellen und erläutern, wo sie sich beide Welten ergänzen, um in der Praxis mehr zu bewirken zu können.

In einem interaktiven Teil unseres Vortrags wollen wir außerdem die systemische Haltung bzw. Vorgehensweisen durch einige kurze Übungen erlebbar machen.

Unser Vortrag ist vor allem für Führungskräfte und Coaches interessant, da sie neue Sichtweisen und die ein oder andere Praktik für Ihre Arbeit mitnehmen können. Dies gilt insbesondere auch für Technologie-Experten, Technologie Coaches oder Team-Leiter in der Softwareentwicklung, die in einer agilen Welt ihr Wissen nicht einfach nur weitergeben, sondern Menschen begleiten und sie in ihrer fachlichen - und an der ein oder anderen Stelle sicher auch in ihrer persönlichen Entwicklung – fördern wollen.

Birgit Bonni

bonni coaching

Birgit Bonni arbeitet als Agile Coach, Organisationsentwicklerin, Trainerin und Coach. Bereits vor mehr als 5 Jahren hat sie die ersten Erfahrungen in systemischer Beratung im Rahmen ihrer Ausbildung zum systemisch, lösungsorientierten Coach gemacht. In den letzten Jahren konnte sie als Agile Coach ihr systemisches Wissen in die Praxis umsetzen und durch die Ausbildung zur systemischen Organisationsentwicklerin vertiefen. Dabei ist sie überzeugt davon, dass insbesondere die systemische Haltung der Schlüsselfaktor zu Erschließung neuer Perspektiven und Lösungsräume ist.

Christoph Jung

andrena objects ag

Christoph Jung ist seit mehreren Jahren Agile Coach bei der andrena objects AG und berät Unternehmen dabei, Agilität effektiv einzusetzen und ihre Organisation nachhaltig zu transformieren. Außerdem beschäftigt er sich mit den Themen Systemische Beratung und Agile Organisationsentwicklung. Nach dem Studium der Informationstechnik arbeitete er bei der Fraunhofer Gesellschaft sechs Jahre lang in verschiedenen Forschungs-Disziplinen, u.a. Bildverarbeitung, Machine Learning, Intelligente adaptive Benutzerschnittstellen. Er war mehrere Jahre Projektleiter eines User-Centred Design Forschungsprojekts. In diesem Kontext entwickelte er Software und war als Projekt- und Konsortialleiter im internationalen Umfeld tätig. Danach ging es weiter in einem Start-up im Bereich Semantic Data Middleware, wo er erkannte, dass nur ein konsequent agiles Vorgehen zielführend ist in einem unsicheren, dynamischen Umfeld.