Scrum on Speed: passender Prozess statt Durchwurschteln 2.0

Conference Day - 10. März
 
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"Scrum is a framework for developing and sustaining complex products.“ So steht es im aktuellen Scrum-Guide. Scrum ist in diesem Einsatzgebiet exzellent, denn es hilft wirklich, der Komplexität einer Produktentwicklung Herr zu werden. Für den korrekten Einsatz und die richtigen Rahmenbedingungen gilt es, zu kämpfen.
Aber was passiert, wenn kein komplexes Produkt entwickelt wird? Oder viele verschiedene, kleine Projekte entwickelt werden, die nicht durch einen einzelnen Product Owner abgedeckt werden? Oder ein Altprodukt vorliegt, in dem viel Wartung anfällt, die nicht zwingend kooperativ erledigt werden muss? Hier hat das Anwendungsgebiet von Scrum seine Grenzen – die Vorbedingungen passen nicht zum verwendeten Framework. Symptome sind Planungsmeetings, in denen schon alles bis ins Detail ausformuliert wurde, langweilige Daily Scrums, in denen keine Abstimmung sondern ein Statusberichte stattfinden, und SprintBacklogs, in denen während des Sprints ständig Dinge ausgetauscht werden. Als Berater habe ich schon viele Umgebungen gesehen, in denen Scrum halbherzig umgesetzt wurde, weil die Aufgabenstellung nicht zum Rahmenprozess passte. Man gaukelt sich vor, ein komplexes Produkt zu entwickeln, was häufige Interaktionen erfordern würde, de facto macht man aber etwas ganz anders.
Ich fordere: Ehrlich sein und den Prozess anpassen. Es mag dann nicht mehr Scrum sein – definitiv ist es das dann nicht mehr – aber vielleicht kann man mit einem angepassten Prozess den Anforderungen besser gerecht werden, also „Scrum on Speed".
Bei diesem Anpassungsprozess sind die Prinzipien und der Zweck der Unternehmung wichtig: Sie leiten den Veränderungsprozess in die richtige Richtung. Als Werkzeug, um die Veränderung zu gestalten, verwenden wir die Kanban-Methode: Sie hilft uns, den Fortschritt in die Richtung zu ermitteln.

Florian Eisenberg

Florian Eisenberg hilft Unternehmen als Trainer, Berater und Coach auf ihrem Weg zur Agilität. Dabei setzt er am liebsten auf Kanban und unterstützt es durch andere Vorgehensmodelle wie beispielsweise Scrum. Er schätzt an Kanban besonders den respektvollen Umgang mit den Beteiligten und die lösungsoffene Herangehensweise.
Nach seinem Studium der Informatik in Karlsruhe arbeitete er als Programmierer, Scrum Master und Product Owner, bevor er Berater wurde. Er ist einer der ersten akkreditierten Kanban Trainer (AKT) und Kanban Coaching Professionals (KCP). Sein Blog finden Sie auf www.kanbwana.de, er twittert als @fjeisenberg.