Legacy-Modernisierung: Mehr als nur Kosten einsparen

Conference Day - 10. März
 
10:30
11:15
 
Legacy
 
Konferenzraum 1.801

Viele Unternehmen haben über Jahrzehnte ihre unternehmenskritischen Kernanwendungen in COBOL oder PL/I entwickelt. Durch die Pflege und Weiterentwicklung sind große und komplexe Anwendungen entstanden. Inzwischen werden diese Anwendungen jedoch oft als Altlast empfunden, obwohl sie viel Wissen über die Prozesse enthalten. Das liegt unter anderem daran, dass sie auf überteuerten Plattformen laufen und veraltete Technologien verwenden. Zudem lassen sich die monolithischen Anwendungen nur mit viel Aufwand an neue Anforderungen anpassen. Die Anwendungen in einer modernen Sprache nach aktuellen Paradigmen neuzuschreiben ist aufgrund ihrer Größe und Komplexität ein enorm kostspieliges und risikoreiches Unterfangen.
Um kurzfristig Geld sparen zu können, können diese Anwendungen auf kostengünstigere und moderne Plattformen migriert werden. Dazu ist es notwendig die plattformspezifischen Implementierungen zu identifizieren und zu transformieren. Es gibt verschiedene Ansätze mittels derer eine solche Transformation teil- oder vollautomatisch erfolgen kann. Wir gehen jedoch noch weiter. Die Migration auf die neue Plattform kann dazu genutzt werden, nicht nur die plattformspezifischen Anteile zu transformieren sondern die gesamte Anwendung zu modernisieren. Dabei wird die monolithische Anwendung in eine Service-orientierte Anwendung umgewandelt und veraltete Technologien, z.B. Datenbanken, durch modernere ersetzt. Die Flexibilität der Anwendung kann zusätzlich dadurch verbessert werden, dass der Code bereinigt und refaktorisiert wird. Zur Bereinigung wird nicht mehr benötigter Code (toter Code und tote Datenstrukturen) entfernt, aber auch Variablen- und Prozedur- bzw. Paragraphennamen werden durch passendere Namen ersetzt. Zur Refaktorisierung werden automatisch Programmanteile ermittelt, die zusammengehören und entweder ausgelagert werden, wenn ihr Anteil innerhalb der analysierten Programms zu groß wird, oder die zusammen gefasst werden, wenn sie aus vielen kleinen Prozeduren oder Paragraphen bestehen. Die notwendige Ermittlung der Schnittstellen dieser neu zu schaffenden Subprogramme oder Prozeduren und Paragraphen kann ebenso vollautomatisch erfolgen.
Für diese Modernisierungen sind zum Teil Architekturtransformationen erforderlich. Wir haben im Rahmen verschiedener Projekte Konzepte und Werkzeuge entwickelt um auch solche Transformationen vollautomatisch durchführen zu können.
Bei dem von uns entwickelten Vorgehen erfolgt die Transformation in mehreren Schritten. Nach jedem dieser Schritte erhält man eine lauffähige Anwendung. Auf diese Weise wird das Risiko für die Modernisierung auf ein Minimum reduziert. Nach jedem Schritt kann bei Bedarf die Strategie geändert werden und vor allem können nach jedem Schritt bereits die Vorteile der Neuerungen genutzt werden.
Als Ergebnis des Modernisierungsprozesses erhält man eine flexible Anwendung, die sich an neue Anforderungen anpassen lässt, deren Wartung ebenso agil erfolgen kann, wie die der übrigen Anwendungen. Die modernisierte Anwendung erlaubt Neugeschäft ohne das zusätzliche MIPS Kosten entstehen. Durch die Umwandlung in eine Anwendung bestehend aus kleineren Teilanwendungen können im Anschluss an die Modernisierung einzelne Teile bei Bedarf neu geschrieben werden. Das Vorgehen ermöglicht somit einen sicheren und schrittweisen Übergang in die moderne Welt.
Da die Anwendungen groß, komplex und unternehmenskritisch sind ist ein solches Vorgehen aber nur dann erfolgsversprechend wenn die Modernisierung vollständig automatisiert erfolgt.
Wir zeigen wie ein solcher schrittweiser und automatischer Übergang möglich ist, indem wir die zugrunde liegenden Konzepte erläutern und anhand eines realen Projektes die Machbarkeit zeigen.

Vortragsfolien: 

Dr. Daniela Schilling

Delta Software Technology

Seit Juni 2013 ist Dr. Daniela Schilling Geschäftsführerin der Delta Software Technology GmbH (Delta).

Seit ihrem Eintritt bei Delta im August 2011 war sie als Programm-Managerin für Neue Technologien tätig. Gleichzeitig arbeitete sie sich in die Bereiche der Geschäftsführung ein und übernahm nach und nach die Aufgaben ihres Vaters.
Vor ihrem Eintritt arbeitete Daniela Schilling bei führenden Herstellern der Automobilindustrie als Projektleiterin. Sie promovierte an der International Graduate School der Universität Paderborn zu formalen Software-Analysetechniken, der Schwerpunkt ihres Studiums waren generative Techniken.