Massive Automatisierung von Softwaretests in einem agilen Automotive-Projekt

 
10:45 - 11:25
 
Seminarraum 1.812

Bei dem Vortrag handelt es sich um einen Projekt-Erfahrungsbericht

Der Vortrag erzählt die Geschichte, wie aus einer Handvoll Unit-Tests ein Framework und auch ein Konzept entstanden ist, welches heute bei einem Automobilzulieferer für die massiv automatisierte Durchführung von Software-Tests genutzt wird.

Der Vortrag beschreibt die Erfahrungen dieses Zulieferers bei der Durchführung eines ersten agilen Projektes in einer sehr traditionellen Umgebung.

Der Vortrag geht ebenfalls darauf ein, wie die V-Modell basierte Automotive SPICE Welt mit dem Scrum-Framework in Einklang gebracht wurde und welche Hürden dabei zu nehmen waren.

Technologisch geht der Vortrag unter anderem darauf ein, wie die (automotive SPICE) Anforderung einer bidirektionalen Tracebility für verschiedene Ergebnistypen des gewählten Vorgehensmodells implementiert wurde. Dabei wird eine Toolchain, bestehend aus den klassischen Werkzeugen (klassisch bezogen auf die Domäne Automotive) des Software-Lifecycle-Managements und open Source Tools, vorgestellt.

Die Zuhörer bekommen die Übersicht über ein Vorgehen, welches total automatisiert ca. 900 (Stand heute, Tendenz steigend) Software- bzw. Integrationstests auf einem Embedded Device ausführt. Dabei können nur jeweils einige wenige Tests zur gleichen Zeit ausgeführt werden, da die eher geringen Ressourcen des Embedded Devices nur wenig Raum zur Verfügung stellen.

In einem agilen Projekt soll in kurzen Zyklen jeweils integrierte und getestete Software abgeliefert werden.

Bei den hier vorliegenden Dimensionen des Projektes (ca. 3600 Anforderungen insgesamt, davon 1400 Software-Anforderungen) wird dem Zuhörer am Ende des Vortrags klar, dass eine komplette Regression innerhalb eines Entwicklungs-Zyklus' von drei Wochen ohne eine massive Automatisierung nicht möglich gewesen wäre. Aus den Erfahrungen dieses Projektes ging dann das Motto hervor: Was automatisiert werden kann wird automatisiert - ohne wenn und aber!

Diese Motto ist mittlerweile zum Teil unserer Software-Entwicklungskultur geworden.

Michael Brandt

Colenet GmbH

Michael Brandt hat bis 1998 in Dortmund Informatik mit Schwerpunkt Software-Engineering studiert. Nach dem Studium hat er die ersten Jahre in der Beratung gearbeitet und war an größeren Projekten für die Versicherungsindustrie in den Rollen SW-Entwickler, SW-Architekt und Projektleiter beteiligt. Von 2006-2008 hat er als CTO für das damals größte deutsche Finanzportal gearbeitet und hat wesentlich zur Umstrukturierung der IT-Organisation beigetragen.

Nach dem Start eines Joint-Ventures mit einer indischen Firma und drei Jahren Arbeit in Indien, Österreich und der Schweiz ist Michael Brandt nach Deutschland zurückgekehrt und hat die Firmen reCoin und Colenet gegründet. Heute ist er Geschäftsführer der Colenet GmbH mit dem Fokus auf Software-Engineering und agile SW-Entwicklung. Seit 2013 ist er ebenfalls Trainer des Management 3.0 Teams von Jurgen Appello. Er führt Scrum Schulungen und Management 3.0 Schulungen durch und arbeitet regelmäßig als Scrum-Coach für verschiedene Branchen.