Opening Session: Agile Offsharing

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Verteilte Softwareentwicklung ist anerkanntermaßen noch schwieriger als lokale und zwar vorrangig deshalb, weil ein genügender Kommunikationsfluss über Standortgrenzen hinweg besonders schwierig zu erreichen ist. Normalerweise zieht man aus dieser Tatsache die Konsequenz, die Entwicklung so zu organisieren, dass der Kommunikationsbedarf möglichst gering wird: Man minimiert die standortübergreifende Kopplung von Teilaufgaben. Das geht üblicherweise so, dass weitgehend in sich abgeschlossene Teile der Softwareentwicklung (z.B. die komplette Implementierung und Test möglichst großer Subsysteme) ganz an einen Standort gegeben werden. In vielen Fällen ist dieses Vorgehen aber vermutlich unklug: Wenn ein wesentliches Problem der Entwicklung darin liegt, die Anforderungen zu verstehen (also meistens) und einer der Standorte hierbei über ein wesentlich besseres Verständnis verfügt (oder über bessere Möglichkeiten, es zu erlangen), dann führt diese Entkopplung fast zwangsläufig zu schweren zusätzlichen Problemen, die man mit höherer Kopplung hätte vermeiden können. Dieser Vortrag schlägt für solche Fälle einen Entwicklungsstil namens Agile Offsharing vor, der sogar im noch schwierigeren Fall länderübergreifender Entwicklung (Nearshoring) funktionieren könnte. Sein Kerngedanke ist der allmähliche Wissenstransfer direkt von Techie zu Techie über Methoden synchroner entfernter Kollaboration, insbesondere verteilte Paarprogrammierung. Der Vortrag beschreibt, wie die Einführung aussehen kann, was dabei die heiklen Punkte sind und was für Werkzeuge zur Unterstützung verfügbar sind.